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Die Welle von Cyberangriffen im Jahr 2025 hat deutlich gezeigt, dass man beim Datenschutz nie zu vorsichtig sein kann. Gleichzeitig wurden ungelöste Probleme sichtbar, etwa voneinander abweichende Gesetze, unklare Formulierungen, die Notwendigkeit von Transparenz ohne Preisgabe sensibler Informationen und mehr. Das stellt Unternehmen vor Probleme, insbesondere wenn sie in zahlreichen Ländern tätig sind. Worauf sollten Sie sich 2026 vorbereiten und wie halten Sie unterschiedliche Gesetze ein? Wo finden Sie Informationen zu bevorstehenden Änderungen der Anforderungen an die Datenverarbeitung? In diesem Artikel erklären wir alles ohne komplizierte Rechtsbegriffe, damit Sie wissen, was zu tun ist.
Datenschutzgesetze 2026: Welche neuen Regelungen kommen
Weltweit stehen mehrere bedeutende Änderungen bevor. Doch warum lohnt es sich, all diese Details zu kennen? Nun, die von der Europäischen Union verabschiedete GDPR – Allgemeine Datenschutzverordnung – wurde zu einer globalen Referenz. Viele außereuropäische Länder veröffentlichen eigene Dokumente im Stil der GDPR, die auf denselben Konzepten beruhen, aber lokale Gegebenheiten berücksichtigen. Dadurch kann leicht der falsche Eindruck entstehen, die Einhaltung dieser Gesetze und grenzüberschreitendes Arbeiten seien einfach. Tatsächlich unterscheiden sich diese Gesetze oft drastisch, weil Länder unterschiedliche Stadien der digitalen Entwicklung erreicht haben und eigene lokale Herausforderungen bewältigen müssen. Außerdem können manche Branchen und Regionen spezifische Gesetze haben. Deshalb ist es unerlässlich, genau zu wissen, was vor sich geht.
- EU: Der AI Act tritt am 2. August 2026 vollständig in Kraft. Das bedeutet, dass für KI-Systeme mit hohem Risiko, also Anwendungen, die Grundrechte beeinträchtigen und in kritischer Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen, öffentlichen Diensten, Grenzkontrollen, Strafverfolgung usw. eingesetzt werden, strenge Anforderungen an Cybersicherheit, Meldung und Dokumentation von Vorfällen, Modellbewertung und Risikomanagement gelten. Für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck ist die Lage etwas einfacher. Transparenz, die Einhaltung von Urheberrechten und Systemsicherheit sind jedoch weiterhin unverzichtbar. Zudem ist in allen Fällen eine menschliche Kontrolle der KI-Dokumentation erforderlich. Der Europäische Datenschutzausschuss betont außerdem die Bedeutung der Artikel 12-14 der GDPR für die Transparenz.
- UK: Bei der Verarbeitung sensibler Daten bestehen weiterhin Einschränkungen. Für nicht sensible Daten gibt es jedoch gewisse Lockerungen, etwa dürfen Cookies in Situationen mit geringem Risiko ohne Einwilligung eingesetzt werden. Andererseits steigen auch die Geldbußen.
- USA: 2026 treten drei neue Gesetze auf Ebene der Bundesstaaten in Kraft. Sie gelten alle für Unternehmen, die jährlich Daten von mehr als 100.000 Kundinnen und Kunden verwalten, oder von mehr als 25.000 Kundinnen und Kunden, wenn mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus Datenverkäufen stammt. Außerdem treten ab dem 1. Januar die Änderungen am CCPA (California Consumer Privacy Act) in Kraft. Unternehmen, die mehr als 50 % ihres Gesamtumsatzes durch den Verkauf oder die Weitergabe von Daten erzielen, oder Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als $26.625 Millionen und 250.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern müssen nun jährliche Cybersicherheitsaudits durchführen und sich von der California Privacy Protection Agency (CPPA) zertifizieren lassen. Wenn Ihr Unternehmen außerdem sensible Daten oder Daten von Minderjährigen unter 16 Jahren verarbeitet, Gesichtserkennung, Profiling und KI-Training einsetzt, sind eine Datenschutz-Risikobewertung und ein zusammenfassender Bericht an die CPPA verpflichtend. Auch die lokalen Gesetze von Oregon und Connecticut werden klarer und strenger: Weitere Datenarten gelten als sensibel, und neue Einschränkungen kommen hinzu.
- Australien: Ab dem 10. Dezember 2026 setzt das Land neue Regeln für Unternehmen durch, die auf Technologien zur automatisierten Entscheidungsfindung (ADM) setzen. Unternehmen müssen in ihren Datenschutzrichtlinien offenlegen, wie sie personenbezogene Daten in ADM verwenden.
- Indien: Das Land befindet sich auf dem Weg zu digitalem Datenschutz, und am 13. November 2026 tritt die zweite Phase des DPDP-Gesetzes zum Schutz personenbezogener Daten in Kraft. Die dritte und letzte Phase tritt jedoch am 12. Mai 2027 in Kraft. Ab dann ist eine Betriebseinstellung möglich, da es keine Übergangsfrist geben wird. Es ist daher klug, 2026 für die Anpassung an die kommenden Anforderungen zu nutzen.
Noch nicht dokumentiert, aber bereits spürbar: Datenschutztrends für 2026
Neue Technologien und neue Bedrohungen entwickeln sich rasend schnell. Gesetzgeber versuchen natürlich, Schritt zu halten und mit notwendigen Regelungen sowie Anpassungen bestehender Dokumente zu reagieren. Dadurch entstehen und ändern sich Regeln häufig schneller, als Unternehmen sie verfolgen und ihre internen Richtlinien an neue Anforderungen anpassen können. Das kann weitere Probleme nach sich ziehen, etwa Reputationsschäden und hohe Geldbußen. Deshalb ist die kontinuierliche Beobachtung von Datenschutztrends unverzichtbar. So können Sie mögliche Änderungen vorhersehen, bevor sie zu offiziellen Vorschriften mit hohen Strafen werden, und sich darauf vorbereiten. Derzeit zeichnen sich mehrere wichtige Tendenzen ab.
- Die Durchsetzung wird strenger, die Geldbußen steigen. Mehr Datenarten werden als sensibel eingestuft. Behörden überprüfen Gesetze, um Schlupflöcher zu schließen.
- Lokale Anforderungen entstehen.
- Die KI-Regulierung wird strenger, verbunden mit Forderungen nach Datenschutz und ethischen, transparenten Praktiken beim Training neuer KI-Modelle.
- Regeln, die nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch in realen Situationen anwendbar sind.
- Unternehmen suchen nach integrierten Tools statt nach isolierten Instrumenten, die wirksame und zugleich regelkonforme Arbeitsabläufe unterstützen.
Was sollten Unternehmen tun, um die Vorschriften einzuhalten?
An erster Stelle steht die regelmäßige Beobachtung rechtlicher Änderungen. Sie können das Verzeichnis globaler Datenschutzgesetze und Datenschutzbehörden und den Tracker der Datenschutzgesetzgebung in den US-Bundesstaaten von IAPP nutzen, ebenso Datenschutzgesetze weltweit von DLA Piper, UNCTAD (Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung) und Baker McKenzies Handbuch zu globalem Datenschutz und Sicherheit. Wenn Sie in Europa oder im UK tätig sind, ist der Datenschutzbericht von Norton Rose Fulbright eine hilfreiche Quelle. Diese Quellen helfen Ihnen, mehr über bestehende Gesetze zu erfahren und sich über bevorstehende Änderungen zu informieren.
Als Nächstes sollten Sie schrittweise Prozesse für die Reaktion auf Vorfälle, DSARs (Auskunftsersuchen betroffener Personen – formelle Anfragen, mit denen eine Person von einer Organisation erfahren möchte, wie ihre personenbezogenen Daten verwendet und gespeichert werden), DPIAs (Datenschutz-Folgenabschätzungen, ein Verfahren zur Ermittlung und Minimierung von Datenschutzrisiken) und andere Vorgänge dokumentieren. Das spart bei der Reaktion in solchen Situationen Zeit. Das ist wichtig, denn Datenschutzgesetze setzen Unternehmen häufig eine Frist für ihre Reaktion. Bei Nichteinhaltung können Sanktionen wie Geldbußen drohen. Dieser Schritt unterstützt Sie auch dabei, Audits erfolgreich zu bestehen, denn er zeigt, dass Sie Regeln nicht nur auf dem Papier einhalten, sondern konkrete Maßnahmen ergreifen.
Ebenso wichtig ist es, ausschließlich GDPR-konforme Tools von Drittanbietern zu verwenden. Setzen Sie Sicherheitsmaßnahmen mit Identität als Ausgangspunkt und Zugriffsregeln nach dem Prinzip der geringsten Berechtigung durch. Das ist besonders wichtig, wenn Sie in Regionen mit strengen Vorschriften tätig sind, etwa in Saudi-Arabien, Australien oder den VAE, denn so können Sie auch die für Compliance-Audits erforderlichen Informationen bereitstellen.
Entscheidend ist schließlich, ständige Veränderungen und Anpassungen als neue Realität zu akzeptieren. Denken Sie bei der Entwicklung von Prozessen, der Auswahl von Tools und dem Aufbau von Arbeitsabläufen daran, dass neue Anforderungen und Änderungen bestehender Gesetze hinzukommen werden, und lassen Sie dafür Spielraum. Verzichten Sie nicht auf die Beratung durch Vertreter lokaler Behörden oder Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, um zu erfahren, welche Gesetze derzeit für Ihr Unternehmen gelten. Manche Änderungen betreffen nur Unternehmen bestimmter Größen oder Branchen, andere sind für alle verpflichtend. Wenn Sie außerdem eine Expansion ins Ausland planen oder bereits weltweit tätig sind, sollten Sie sich vorbereiten und neben den Marktbedingungen auch die rechtlichen Anforderungen prüfen.
